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Gleichstellungsbeauftragte

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Art. 3 Abs. 2

Was macht eigentlich eine Gleichstellungsbeauftragte?

Was macht eigentlich eine Gleichstellungsbeauftragte?

Das Erste, was wir von einem Menschen wahrnehmen, ist sein Geschlecht. Wenn wir in einen Kinderwagen schauen, lautet unsere erste Frage: "Ist es ein Junge oder ein Mädchen?" Unsere Welt scheint in zwei Hälften eingeteilt, in die Welt von Männern und in die Welt von Frauen. Im Deutschen existiert nur der Begriff des Geschlechts. Dass sich "Geschlecht" aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt, wird dadurch nicht deutlich. Die Unterteilung in Gender und Sex ermöglicht hingegen eine mehrschichtige Betrachtungsweise.

Gleichstellung als zentrale Herausforderung

Die Gleichstellung aller Geschlechter ist eine der zentralen Herausforderungen, um das Leben in unserem Land zukunftsfähig und gerecht zu gestalten. Dafür müssen alle Menschen auf ihrem gesamten Lebensweg die gleichen Chancen erhalten – persönlich, beruflich und familiär. Denn nur so kann es eine Vereinbarkeit von Familie, Zeit für sich und dem Beruf geben.

Und natürlich soll gleiche Arbeit gleich bezahlt werden, unabhängig vom Geschlecht. Trotz beachtlicher Fortschritte auf einigen Gebieten sind die Chancen von Menschen in vielen gesellschaftlichen Bereichen immer noch unterschiedlich.

Geschlecht ist in unserer Gesellschaft nicht nur ein körperliches und individuelles Persönlichkeitsmerkmal, sondern als soziale Kategorie ausschlaggebend dafür, welchen Platz wir in der Gesellschaft einnehmen und welche Ressourcen (Bildung, politische Partizipation, Macht, Geld) uns zur Verfügung stehen. Frauen werden beispielsweise stereotypisch immer noch häufig der privaten Sphäre (Familienarbeit, Haushalt, Kinderbetreuung) zugeordnet, während Männer mit Politik, Wirtschaft und Beruf verbunden werden. Das dritte Geschlecht existiert in der Theorie, aber wie ist die gelebte Praxis?!

Die entstandene geschlechterspezifische Arbeitsteilung in männliche Erwerbsarbeit und weibliche Sorgearbeit hat nachhaltige Auswirkungen auf alle Geschlechter.

Typisch männlich, typisch weiblich: Geschlechterrollen hinterfragen

Bestimmt gibt es Jungen, die gerne etwas in Rosa anziehen würden. Aber wenn sie das tun, dann werden sie ziemlich sicher ausgelacht. Rosa ist doch eine Farbe für Mädchen, heißt es dann. Und für Jungs? Ja, für die gibt es Blau. Rollenklischees und stereotype Darstellungen von Frauen und Männern beeinflussen vor allem Kinder in ihrer Entwicklung und beschränken sie in ihren Möglichkeiten, ihre Persönlichkeit frei zu entfalten.

Es gilt daher, genau jene Geschlechterrollen zu hinterfragen und bestehende Strukturen, die zu einer Benachteiligung von Frauen oder Männern führen, als veränderlich zu begreifen und aufzubrechen. Der Abbau stereotyper Zuschreibungen kann einen wesentlichen Beitrag zur Durchsetzung der Gleichstellung der Geschlechter leisten.

Dazu gehört auch die Aufklärung über Transsexualität, Non-Binary und Menschen, die komplett genderfree leben bzw. leben möchten.

Gleichstellung meint nicht "gleich machen"

Gleichstellung zielt darauf ab, möglichst unterschiedliche Lebenssituationen und Interessen aller Geschlechter zu berücksichtigen. Menschen sollen mehr Möglichkeiten haben als das, was aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer (sozialen) Herkunft gesellschaftlich nahezuliegen scheint.

Gleichstellungsarbeit ist Arbeit an und innerhalb der komplexen Strukturen unserer Gesellschaft. Stück für Stück kommen wir dabei voran, indem z.B. ein Vater in Elternzeit geht, damit seine Partnerin weiter Vollzeit arbeiten gehen kann. Oder indem ein Paar mit Hilfe des Elterngeld Plus seine Arbeitszeit nach der Geburt eines Kindes komplett neu gestaltet. Aber auch indem sich ein Mensch outet und mit seiner gleichgeschlechtlichen Partnerin oder seinem gleichgeschlechtlichen Partner zusammenzieht.

Allgemeine Gleichstellungsziele

  • Gleiche berufliche Chancen für alle Menschen
  • Gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie existenzsichernde eigene Einkommen für alle
  • Gleichstellung der Geschlechter bei der politischen Repräsentation und Partizipation
  • Erweiterung der Geschlechterrollen und -normen und Abbau von einschränkenden Normen
  • Gleiche persönliche Freiheiten und Schutz vor Übergriffen jeder Art

Aufgaben in der Samtgemeinde

Die kommunale Gleichstellungsbeauftragte ist sowohl in der eigenen Verwaltung als auch für die in der Samtgemeinde Papenteich lebenden Menschen Ansprechpartnerin in allen Fragen rund um das Thema Gleichstellung.

Intern werden die Verwaltung und der Rat der Samtgemeinde in Bezug auf die Auswirkungen aller Vorhaben, Entscheidungen, Programme und Maßnahmen auf die Gleichstellung der Geschlechter beraten und unterstützt.

Für die in der Samtgemeinde lebenden Menschen wird eine Sprechstunde angeboten, in der z.B. Fragen zu gleichstellungsrelevanten Themen geklärt werden können. Außerdem werden regelmäßig Veranstaltungen, Austauschformate und digitale Angebote, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und über gleichstellungsrelevante Themen zu informieren, stattfinden.

Gerne werden Sie auch an eine passende Beratungsstelle weitervermittelt. Sie erhalten außerdem zahlreiche Informationsmaterialien zu gleichstellungsrelevanten Themen, z.B. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gerechte Bezahlung, Trennung und Scheidung, Gewalt in der Partnerschaft, Sexismus usw.

Die Beratungen sind kostenlos, anonym und vertraulich, auch telefonisch oder über E-Mail. Gerne kommt die Gleichstellungsbeauftragte auch an einem selbst gewählten Ort, falls das Rathaus der Samtgemeinde nicht als ein anonymer Raum empfunden wird.

Die Gleichstellungsbeauftragte steht Ihnen gerne zur Verfügung, wenn Sie ...

  • sich über gleichstellungsrelevante Themen informieren möchten,

  • Unterstützung bei der Durchsetzung Ihrer Rechte benötigen,

  • Hilfe in schwierigen Lebenssituationen brauchen,

  • Unterstützung bei der Durchführung einer Aktion oder Veranstaltung zu einem gleichstellungsrelevanten Thema benötigen,

  • Anregungen oder Vorschläge haben, wie Gleichstellung vor Ort verbessert werden kann.

Sprechzeiten

Regelmäßige Sprechzeiten können aus aktuellem Anlass nicht angeboten werden.